Blockrigolen: RAL-Güteüberwachung und Standsicherheitsnachweis
Stand 13.11.2012
Für die Herstellung unterirdischer Versickeranlagen werden zunehmend quaderförmige und wasserdurchlässige Kunststoffblöcke verwendet. Sie werden auf der Sohle einer offenen Baugrube nebeneinander und meist auch in mehreren Lagen übereinander zu großformatige Wasserspeicher zusammengefügt. Nach vollständiger Ummantelung mit einem Geotextil und Überschüttung mit Erdreich ergibt sich ein temporärer Speicher, in den Niederschlagswasser in größeren Mengen eingeleitet werden können. Im Laufe der Zeit versickern diese in den tieferen Untergrund. Zur Unterscheidung von Kiesrigolen und Rohrrigolen wird diese Art von Rigolen als Blockrigole bezeichnet.
Blockrigolen haben in Europa eine erhebliche Marktbedeutung erlangt, weil sie keinen Platz an der Geländeoberfläche benötigen, ein hohes Speichervolumen besitzen, und wirtschaftlich herzustellen sind. Sie werden sowohl unter Freiflächen als auch zunehmend unter Verkehrsflächen eingebaut.
Für den Einsatz und für die Prüfung von Blockrigolen aus Kunststoffblöcken gibt es in Deutschland bisher noch keine allgemein anerkannten technischen Regeln, wie Normen, Merkblätter, Vorschriften etc. Die Nachuntersuchungen von Schadensfällen haben gezeigt, dass vor allem die statischen Eigenschaften vieler Produkte zu wenig bekannt waren. Nachteilig war auch, dass es den Anwendern aufgrund der unterschiedlich durchgeführten Produktprüfungen der verschiedenen Hersteller nicht möglich bzw. schwer war, deren statischen Nachweise zu vergleichen bzw. zu beurteilen.
In Deutschland haben sich deshalb vor einigen Jahren mehrere Hersteller von Kunststoffprodukten sowie Fachleute aus der kunststofftechnologischen und geotechnischen Prüftechnik zu einem Güteausschuss zusammengefunden, um im Sinne des Verbraucherschutzes neue RAL-Güte- und Prüfbestimmungen für Blockrigolen zu erarbeiten. Ziel war es, ein wissenschaftlich fundiertes und nachvollziehbares Prüfprogramm zu erstellen, das nicht nur der Qualitätskontrolle dienen sollte, sondern darüber hinaus auch die Ausgangswerte für die statische Nachweisführung der unterschiedlichen Produkte liefern sollte. Das Prüfprogramm sollte deshalb auch so entwickelt werden, dass es sich in das für diese Produktgruppe gültige Normenwerk der Geotechnik, wie insbesondere dem Eurocode 7 (EC 7) einfügt.
Den vollständigen Artikel des Güteausschuss Versickerung der Gütegemeinschaft Regenwassersysteme e.V. finden Sie hier.
Quellen:
www.fbr.de, Dezember 2012